Bedenken hinsichtlich energiegetriebener Inflation stärken die Aussicht auf eine Straffung durch die Fed und begrenzen weitere Kursgewinne beim Goldpreis.

Gold (XAU/USD) hat leicht nachgegeben und damit eine zweitägige Aufwärtsbewegung unterbrochen, während der US?Dollar sich moderat befestigt hat. Dennoch bleibt das Edelmetall über 4.450 US?Dollar und in der Nähe des gestern erreichten Wochenhochs, da Händler auf die Veröffentlichung der wichtigen monatlichen US?Arbeitsmarktdaten warten. Der bekannte Bericht zu den Nonfarm Payrolls (NFP) dürfte zusätzliche Hinweise auf die voraussichtliche Strategie der Federal Reserve liefern, da die Märkte ihre Erwartungen an eine Zinserhöhung im September zurückschrauben – Entwicklungen, die den Dollar spürbar beeinflussen und dem Edelmetall zusätzliche Dynamik verleihen könnten.
TD Securities weist darauf hin, dass die „am Freitag anstehenden Nonfarm-Payrolls-Daten das nächste wichtige Ereignis für den Edelmetallmarkt sind“, angesichts des Engagements der Marktteilnehmer gegenüber einer „wieder aufkommenden Falkenhaltung der Fed und einer ausgeprägten Volatilität an den Energiemärkten“. Die Bank schlägt jedoch auf längere Sicht einen optimistischeren Ton an und erklärt, sie rechne nicht mit einem drastischen Preiseinbruch, da sich das Umfeld am Goldmarkt mit einer Abschwächung des Dollars verbessert und weitere Zinserhöhungen der Fed keineswegs garantiert sind.


Im Vorfeld der Daten erklärte Fed-Gouverneur Christopher Waller am Donnerstag, er neige dazu, den Federal Funds Rate auf der nächsten FOMC-Sitzung unverändert zu lassen, sofern die Inflationsveröffentlichungen keine Überraschungen bringen. Die Anleger reagierten: Die Renditen von US-Staatsanleihen fielen und der Dollar gab nach, was Gold half, sich von dem am Mittwoch erreichten Vierwochentief zu erholen. Dennoch halten mit steigenden Energiepreisen verbundene Inflationsrisiken die Tür für eine Zinserhöhung später in diesem Monat offen. Dies könnte dem Dollar ermöglichen, sich von einem eineinhalbwöchigen Tief zu erholen und den Anstieg der Rohstoffpreise zu begrenzen.
Die Ölpreise bewegen sich in der Nähe von Niveaus, die zuletzt am 24. Juli erreicht wurden, vor dem Hintergrund neuer Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie von Zwischenfällen in der Straße von Hormus. Im Zuge der Eskalation im Nahen Osten griff der Iran am Donnerstag US-Militärbasen in Kuwait und den VAE an. Unterdessen erklärte der US-Vizepräsident J. D. Vance, Präsident Donald Trump habe mehrere Optionen gegenüber Teheran – wirtschaftliche, militärische, diplomatische und verdeckte. Auch Südkorea bereitet sich darauf vor, bis Jahresende Streitkräfte zu entsenden, um die Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus zu sichern.
Diese Faktoren stützen eine geopolitische Risikoprämie, die den Ölpreis anheizt und die Funktion des US-Dollar als sicherer Hafen stärkt. Die kurzfristige Richtung des Goldpreises wird jedoch maßgeblich vom anstehenden US-Arbeitsmarktbericht abhängen.
Aus technischer Sicht hat Gold den jüngsten Korrekturrückgang von rund 4.700 $ – dem höchsten Stand seit dem 14. Mai – bislang gestoppt und steuert auf einen moderaten Wochengewinn zu. Für einen substanziellen weiteren Anstieg wäre eine überzeugende Stärke und ein anhaltender Durchbruch über die Marke von 4.500 $ sowie den 200-Tage Simple Moving Average (SMA) erforderlich. Die Oszillatoren sind positiv und bestätigen den Vorteil der Bullen, sodass Hoffnung auf ihren Erfolg besteht. Fällt der Preis jedoch wieder unter den 100-Tage-SMA und die 200-Tage-EMA, dürften die Bullen ihren Schwung erneut verlieren.
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