Am Mittwoch stieg das EUR/USD-Paar erneut in die Widerstandszone von 1.0526–1.0533, kehrte dann zugunsten des US-Dollars um und fiel zurück auf das 76,4%-Retracement-Level bei 1.0458. Ein Abprallen vom 1.0458-Level könnte den Euro unterstützen und neues Wachstum in Richtung der Zone 1.0526–1.0533 auslösen. Umgekehrt würde ein Halten unter 1.0458 einen fortgesetzten Rückgang in Richtung 1.0435 und 1.0411 anzeigen. Derzeit befindet sich das Paar in einem horizontalen Bereich.
Die Wellenstruktur im Stundenchart ist etwas unklar geworden, aber bullische Trendsignale sind weiterhin offensichtlich. Die letzte abgeschlossene Abwärtswelle hat das vorherige Tief nicht durchbrochen und die neue Aufwärtswelle hat den vorherigen Höchststand übertroffen. Somit befindet sich der Markt entweder in einem Aufwärtstrend oder zeigt eine komplexe horizontale Bewegung, was auf dem 4-Stunden-Chart deutlicher wird.
Am Mittwoch wurde der Nachrichtenfluss erneut sehr schwach, was die Marktvolatilität einschränkte. Donald Trump sorgte jedoch erneut für einen Marktschock. Diskussionen über EU-Importzölle laufen bereits seit einiger Zeit, aber es scheint, dass je länger Trump im Amt bleibt, desto antagonistischere Haltung er gegenüber der Welt einnimmt.
Trotz positiver Verhandlungen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron kündigte Trump am nächsten Tag 25% Zölle auf alle Importe aus der Europäischen Union an. Seiner Meinung nach wurde die EU geschaffen, um Amerika auszunutzen.
Die EU hat wiederholt erklärt, dass sie umgehend und mit gleicher Härte reagieren wird, sollte Washington Zölle auferlegen. Somit kann man mit Sicherheit sagen, dass ein zweiter Handelskrieg – diesmal zwischen den USA und der EU – beginnt. Bemerkenswert ist, dass der US-Dollar erneut auf handelsbezogene Nachrichten hin gestärkt wurde, aber er bleibt in einem horizontalen Bereich.
Auf dem 4-Stunden-Chart kehrte das Paar auf das 127,2%-Retracement-Level bei 1,0436 zurück und hielt sich darüber. Allerdings zeigt der Chart, dass der Markt im Jahr 2025 vorwiegend eine horizontale Bewegung aufwies – einen Seitwärtstrend.
Der Aufwärtstrendkanal erscheint nominell, da der Preis ihn nicht respektiert und es ihm an Schwung fehlt, innerhalb dessen zu wachsen. Derzeit sind in keinem der Indikatoren Divergenzen festzustellen.
Commitments of Traders (COT) Report
In der vergangenen Berichtswoche eröffneten professionelle Händler 4.726 Long-Kontrakte und schlossen 8.279 Short-Kontrakte. Das Sentiment in der 'Nicht-kommerziellen' Gruppe bleibt bärisch.
Seit 21 Wochen in Folge verkaufen die Großanleger den Euro, was auf einen klaren Abwärtstrend hinweist. Gelegentlich dominieren Bullen in einzelnen Wochen, aber dies sind eher Ausnahmen als die Regel.
Der Hauptfaktor für den Rückgang des Dollars — die Erwartung einer gelockerten Geldpolitik durch das FOMC — hat sich erfüllt, wodurch es weniger Gründe gibt, den Dollar zu verkaufen.
Kürzlich hat eine Reihe von Nachrichten aus sowohl der EU als auch den USA den Bullen erlaubt, etwas Boden gutzumachen. Der bärische Vorteil schwächt sich ab, aber es ist noch zu früh, das Ende des Abwärtstrends auszurufen. Die Zahl der Long-Positionen steigt seit drei Wochen in Folge.
Wirtschaftskalender für die USA und die Eurozone
Am 27. Februar enthält der Wirtschaftskalender drei Einträge, von denen zwei besonders wichtig sind. Der Einfluss der Nachrichten auf das Marktsentiment wird als moderat eingeschätzt, insbesondere in der zweiten Tageshälfte.
EUR/USD Handelsausblick und Empfehlungen
Verkaufsmöglichkeiten: Verkäufe waren möglich bei einer Erholung aus der Zone 1.0526–1.0533 auf dem Stundenchart, mit einem Ziel von 1.0458.
Kaufmöglichkeiten: Käufe sind möglich bei einem Rückprall vom Niveau 1.0458 mit Zielen in der Zone 1.0526–1.0533.
Zusätzliches Verkaufsszenario: Verkäufe können auch in Betracht gezogen werden, wenn der Stundenchart unter 1.0458 schließt, mit Zielen bei 1.0435 und 1.0411.
Fibonacci-Levels:
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